Informationen zu den Workshops
„Sexualisierung von Kindern und Jugendlichen durch neue Medien – Auf wie viele verschiedene Arten kannst du mir weh tun?”
Verantwortlich: ECPAT
Der Workshop beschäftigt sich mit dem Ausmaß potenzieller Schäden, die Minderjährigen durch das Internet und andere neue Technologien zugefügt werden. Es gibt immer mehr sexuell motivierte Kontaktanbahnungen im Internet („Online-Grooming“) – vor allem zum Zwecke anschließender Vergehen außerhalb des Internets. Der Einfluss der sexuellen Ausbeutung („Sexploitation“ – Sharon W. Cooper) und die Normalisierung sexueller Übergriffe, die im täglichen Leben junger Menschen weit verbreitet ist, sollten dazu führen, dass Fachleute sich stärker mit dem Problem der Ausbeutung ohne Gegenwehr des Opfers („compliant victimization“) auseinandersetzen. Es ist notwendig, über die schädliche Auswirkung der Sexualisierung von Kindern zu diskutieren. Informationen über die wichtigsten Faktoren, die bei sexueller Ausbeutung eine Rolle spielen, ermöglichen ein besseres Verständnis der Folgen dieser Form der Ausbeutung. Der Workshop konzentriert sich auf die Herausforderungen im Umgang mit sexueller Ausbeutung von Kindern im Internet, um mit wirksamen Präventionsmaßnahmen darauf reagieren zu können.
“Medienkompetenz von Jugendlichen/Familien in web2.0-Angeboten”
Verantwortlich: UNICEF
Das Internet mit seiner rasanten Entwicklung bietet insbesondere Kindern und Familien enorme Möglichkeiten – und stellt sie gleichzeitig vor große Herausforderungen. Die neuen Medien verändern und bereichern das tägliche Leben von Familien. Der Umgang mit dem Internet und weiteren Möglichkeiten elektronischer Kommunikation ist heute so selbstverständlich, dass Kinder wie Erwachsene einen Teil ihres Lebens in und mit den neuen Medien und ihren vielfältigen Angeboten gestalten. Gerade Kindern und Jugendlichen bietet das Internet vermutlich größere Möglichkeiten als je zuvor, ihr Recht auf Zugang zu vielfältigen Informationen und auf Beteiligung an der Gesellschaft in Anspruch zu nehmen. Doch gleichzeitig setzt das Internet mit seinen neuen Formen wie den rasch wachsenden „sozialen Netzwerken“ Kinder und Jugendliche auch neuen Risiken aus. Dies reicht von der Wahrscheinlichkeit, unterschiedlichsten nicht altersgemäßen Informationen ausgesetzt zu sein, bis hin zur Gefahr, selbst Opfer sexueller Gewalt zu werden. Ziel des Workshops ist es, beginnend mit einer Analyse der Medienkompetenz von jungen Menschen und Erwachsenen die wichtigsten Herausforderungen zu identifizieren, vor denen Kinder und Eltern im Umgang mit den neuen Medien stehen. Auf dieser Grundlage sollen Vorschläge und Forderungen entwickelt werden, um die Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu stärken und Kinder vor den Gefahren im Internet besser zu schützen.
„Opferidentifizierung und Opferbegleitung”
Verantwortlich: Save the Children
Der Workshop muss der beunruhigenden Tatsache Rechnung tragen, dass wir – obwohl Beweismittel erster Ordnung für die sexuelle Ausbeutung von Kindern im Internet vorhanden sind – bisher nur sehr wenig darüber wissen, welche Folgen sexueller Missbrauch für Kinder hat, die für die Produktion und Verbreitung von Kinderpornographie in den Neuen Medien gefilmt oder fotografiert werden. In diesem Bereich wird bereits einiges unternommen, aber es ist notwendig, Kinderschutzdienste und -systeme, darunter therapeutische Angebote für sexuell missbrauchte Kinder, auf europäischer und internationaler Ebene zu etablieren.
„Jugendliche (Sexualstraf-)Täter – was nun?”
Verantwortlich: Innocence in Danger
Täterarbeit ist Opferschutz! – Im Jugendalter behandelte Täter „produzieren“ weniger Opfer und erhalten zudem eine wichtige und notwendige Entwicklungschance im Rahmen der gezielten Psychotherapie. Grundlage allen Arbeitens ist der konsequente Ausbau von Aus- und Fortbildung des Fachpersonals, um künftig ein flächendeckendes Therapieangebot zu schaffen. Kernfragen des Workshops sind: Wie können Erkenntnisse aus der Praxis und Grundlagen der Forschung effizient und erfolgreich praktisch umgesetzt werden? Wie lassen sich ein interdisziplinärer Ansatz in der Praxis anwenden und bestehende Behandlungsmodelle beständig weiterentwickeln?